Frisch auf du edle Musikkunst (Johann Hermann Schein)

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  • (Posted 2016-10-27)   CPDL #41590:     
Editor: Nikolaus Hold (submitted 2016-10-27).   Score information: A4, 2 pages, 59 kB   Copyright: CC BY NC
Edition notes: Alle Strophen unterlegt. MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Frisch auf du edle Musikkunst
Composer: Johann Hermann Schein
Lyricist:

Number of voices: 5vv   Voicing: SSATB
Genre: SecularMadrigal

Language: German
Instruments: A cappella

Published: 1609

Description: No 1 in Venus-Kränzlein (Johann Hermann Schein)

External websites:

Original text and translations

German.png German text

1. Frischauf, du edle Musikkunst, hilf mir die Tugend preisen.
Lass jetzt erschallen deine Gunst, der Tugend Ehr zu'r weisen,
die du vorzeit mit Lieblichkeit die Bäum' und harten Steine
erfreut allda durch Orphea mit seiner Lyr gar kleine.

2. Lass hören jetzt dein Instrument, Lauten, Harfen und Geigen,
Pandurn, Viol kommen behend, die Zithern, Lyr'n nicht schweigen.
Mit Zinkenschall, Posaunenhall, Dulzan und den Surdanen,
mit Pommern auch, Flötengebrauch, Krummhörner tu anmahnen!

3. Denn billig man die Tugend all mit höchstem Preis erhebet
und sie empfängt mit fröhlich'm Schall, welch über all Ding schwebet.
Silber und Gold mit ihrer Hold tun ihr weit unterliegen.
Tugend mit Fleiß behält den Preis und überall tut siegen.

4. Nichts von dem Schöpfer aller Ding ist köstlichers formieret,
als die Vernunft, welch nit gering, sondern den Menschen zieret.
Vor andern all, Tieren zumal, daraus sich tut ergießen,
und wie ein Quell schön, klar und hell die Tugend her tut fließen.

5. Zu dem der Tugend schöne Blum' beides, Mann und die Frauen,
recht adelt mit besondrem Ruhm, und sich dadurch lässt schauen.
Ulisses Weh, Penelope, solchs gnugsam tun er(z)eigen
und sich allbeid der Tugendheit gleich einem Spiegel zeigen.

6. Auch heutzutag Tugend und Kunst schweben in hohen Ehren,
erwerb'n bei grossen Herren Gunst und Adelheit tun mehren.
Tugend erwirbt, dass sie nicht stirbt, Tugend tut Platz behalten,
Tugend man liebt, wer sich drin übt, des Lob kann nicht veralten.

7. Darum du edle Musikkunst billig die Tugend preisest,
und sie lässt hören deine Gunst, und dich willig erweisest.
Mit Lieblichkeit und Fröhlichkeit tust zu Gefallen klingen,
und ihr zu Ehrn, für Fürstn und Herrn, ein LobeLiedlein singen.