Herr Gott Vater im höchsten Thron, SWV 188 (Heinrich Schütz)

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1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 87 kB   
1661 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 94 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-11-20).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
  • (Posted 2017-09-15)   CPDL #46352:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-09-15).   Score information: A4, 1 page, 36 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
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General Information

Title: Herr Gott Vater im höchsten Thron, SWV 188
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 90
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 90
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 90
Description: Psalm 90 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 90.

German.png German text

Modernized spelling:
1  Herr Gott Vater im höchsten Thron,
Durch Jesus Christum deinen Sohn,
Tust du groß Gnad beweisen,
Du Schöpfer aller Kreatur
Bist unser Zuflucht für und für,
Dafür solln wir dich preisen,
Eh denn der Welt Grundfest gelegt
Und Berg wurden fundieret
Durch dein Wort, welchs sie hält und trägt
Und alle Ding regieret,
Von Ewigkeit zu Ewigkeit,
Ohn Anfang und ohn Ende
Bist du Gott allezeit.

2 . Du lässt sterben die Menschenkind,
So viel ihr waren und noch sind
Allhier auf dieser Erden,
Wenn du sprichst: Kommt her wiederum,
So sind sie da in großer Summ,
Die gboren sollen werden,
Denn tausend Jahr, Herr, sind vor dir
Gleich eim vergangnen Tage,
Gleich wie die Wach wird aufgeführt
Bei Nacht, und wiedrum abe,
So gehts mit unserm Leben zu,
Dies stirbt, jens wird geboren,
Ist alles voll Unruh.

3  Gleich wie ein Strom mit Ungestüm,
Fährt unser Leben auch dahin,
Da hilft kein Widerstreben,
Von Tag zu Tag gehts ein gen Tal,
Zuletzt kommen wir allzumal
In Tod aus diesem Leben,
Und ist denn unser Herrlichkeit
Gleichwie ein Traum verschwunden
Und wie das Gras auf grüner Heid
Verwelkt in wenig Stunden,
Das Gras verdorrt, die Blum verschwindt,
Die früh stund in der Blüte,
Also wir Menschenkind.

4  Das macht dein Zorn, gerechter Gott,
Dein Grimm treibt uns in unsrer Not,
Dass wir allsamt vergehen
Und fahren hin plötzlich und schnell,
Nachdem wir hie viel Ungefäll
Und Trübsal müsst ausstehen.
Um unser Missetat so schwer,
Die wir haben begangen,
Und dich, Herr Gott, erzürnet sehr,
Hat uns Todsnot umfangen,
Du stellst ins Licht deins Angesichts
Unser verborgne Sünde,
Deren wir achten nicht.


 

5  Wir fahren hin durch deine Zorn,
All unser Tage sind verlorn,
Kein Winden hilft noch Ringen,
Die Jahr gehn hin, eh man´s recht merkt.
Gleichwie ein Gschwätz und Fabelwerk,
Geredt von eitlen Dingen.
Währt unser Leben siebnzig Jahr,
So ist´s ein hohes Alter,
Kommt´s auf achtzig, sag ich fürwahr,
Es ist ein schweres Malter,
Und ist die größte Herrlichkeit
In so viel langen Jahren
Nur Müh und Herzeleid.

6  Eh wir es nehmen recht in Sinn,
Fährt unser Leben schnell dahin,
Als flögen wir von dannen,
Ach Gott erbarm´s, dass wir so blind
Zu unserm eignen Schadeb sind,
Kehrn uns an kein Vermahnen,
Vor deinem Grimm, Gott unser Herr,
Kein Furcht noch Scheu wir haben,
Wer glaubt's, dass du zürnest so sehr?
Niemand bedenkt den Schaden,
Darum dein Zorn gleichwie ein Flut
Mit Macht auf uns zudringet,
Das tut die Läng kein Gut.

7  Ach Gott, lehr uns bedenken wohl,
Dass wir sind sterblich allzumal,
Auf dass wir doch klug werden,
Kehr dich zu uns mit deiner Gnad,
Vergib die Sünd und Missetat
Dein'n Knechten hie auf Erden,
Füll uns früh mit Barmherzigkeit
Durch Christum, deinen Sohne,
Nach deiner großen Gütigkeit
In Gnaden unser schone,
So wolln wir unser Leben lang
Solchs rühmen, und mit Freuden
Dir sageb Lob und Dank.

8  Erfreu uns wiedr, wie du zusagst,
Nachdem du uns so lange plagst
Und wir groß Unglück leiden,
Zeig deinen Knechten deine Werk
Und unsern Kindern Ehr und Stärk,
Dein Gnad, Herr, bringt uns Freude,
Sei uns freundlich, Herr unser Gott,
Lass dein Huld ob uns schweben,
Regier durch deines Geistes Rat
All unser Tun und Leben,
Und fördre unser Hände Werk,
Ja bei uns wollst du fördern,
Herr, unser Hände Werk.

German.png German text

Original spelling:
1  HErr Gott Vater im höchſten Thron/
Durch Jeſus Chriſtum deinen Sohn/
Thuſtu groß Gnad beweiſen/
Du Schöpffer aller Creatur
Biſt unſer Zuflucht für und für/
Dafür ſolln wir dich preiſen/
Eh denn der Welt Grundfeſt gelegt
Und Berg wurden fundieret
Durch dein Wort/ welchs ſie hält und trägt
Und alle Ding regieret/
Von Ewigkeit zu Ewigkeit/
Ohn Anfang und ohn Ende
Biſtu Gott allezeit.

2  Du leſſt ſterben die Menſchenkind/
So viel ihr waren/ und noch ſind
Allhier auff dieſer Erden/
Wenn du ſprichſt: Kompt her wiederumb/
So ſind ſie da in großer Summ/
Die gboren ſollen werden/
Denn tauſend Jahr/ HErr/ ſind für dir
Gleich eim vergangnen Tage/
Gleich wie die Wach wird auffgeführt
Bey Nacht/ und wiedrumb abe/
So gehts mit unſerm Leben zu/
Dis ſtirbt/ jens wird geboren/
Iſt alles voll Unruh.

3  Gleich wie ein Strom mit Ungeſtüm/
Fehrt unſer Leben auch dahin/
Da hilfft kein Widerſtreben/
Von Tag zu Tag gehts ein gen Thal/
Zuletzt kommen wir allzumal
In Tod aus dieſem Leben/
Und iſt denn unſer Herrligkeit
Gleichwie ein Trawm verſchwunden
Und wie das Graß auff grüner Heid
Verwelckt in wenig Stunden/
Daß Graß verdorrt/ die Blum verſchwind/
Die früh ſtund in der Blüte/
Alſo wir Menſchenkind.

4  Das macht dein Zorn/ gerechter Gott/
Dein Grimm treibt uns in unſrer Noth/
Daß wir allſampt vergehen
Und fahren hin plötzlich und ſchnell/
Nachdem wir hie viel Ungefell
Und Trübſal müſſt ausſtehen.
Umb unſer Miſſethat ſo ſchwer/
Die wir haben begangen/
Und dich/ HErr Gott/ erzürnet ſehr/
Hat uns Todsnoth umbfangen/
Du ſtellſt ins Liecht deins Angeſichts
Unſer verborgne Sünde/
Deren wir achten nicht.


 

5  Wir fahren hin durch deine Zorn/
All unſer Tage ſind verlorn/
Kein Winden hilfft noch Ringen/
Die Jahr gehn hin/ eh mans recht merckt.
Gleichwie ein Gſchwetz und Fabelwerck/
Geredt von eitlen Dingen.
Wehrt unſer Leben ſiebnzig Jahr/
So iſt´s ein hohes Alter/
Kompts auff achtzig/ ſag ich fürwahr/
Es iſt ein ſchweres Malter/
Und iſt die größte Herrlichkeit
In ſo viel langen Jahren
Nur Müh und Hertzeleid.

6 Eh wir es nehmen recht in Sinn/
Fehrt unſer Leben ſchnell dahin/
Als flögen wir von dannen/
Ach Gott erbarm´s/ daß wir ſo blind
Zu unſerm eignen Schadeb ſind/
Kehrn uns an kein Vermahnen/
Für deinem Grimm/ Gott unſer HErr/
Kein Furcht noch Schee wir haben/
Wer gleubts/ daß du zürneſt ſo ſehr?
Niemand bedenckt den Schaden/
Darumb dein Zorn gleichwie ein Flut
Mit Macht auff uns zudringet/
Das thut die Leng kein Gut.

7  Ach Gott/ lehr uns bedenken wohl/
Daß wir ſind ſterblich allzumal/
Auff daß wir doch klug werden/
Kehr dich zu uns mit deiner Gnad/
Vergib die Sünd und Miſſetat
Deinn Knechten hie auff Erden/
Füll uns früh mit Barmherzigkeit
Durch Chriſtum/ deinen Sohne/
Nach deiner groſſen Gütigkeit
In Gnaden unſer ſchone/
So wolln wir unſer Leben lang
Solchs rühmen/ und mit Frewden
Dir ſagen Lob und Dank.

8  Erfrew uns wiedr/ wie du zusagſt/
Nachdem du uns ſo lange plagſt
Und wir gros Unglück leiden/
Zeig deinen Knechten deine Werck
Und unſern Kindern Ehr und Stärck/
Dein Gnad/ HErr/ bringt uns Frewde/
Sey uns freundlich/ HErr unſer Gott/
Laß dein Huld ob uns ſchweben/
Regier durch deines Geiſtes Rath
All unſer Tun und Leben/
Und fördre unſer Hände Werk/
Ja bey uns wollſtu fördern/
HERR/ unſer Hände Werck.