Papiers Natur ist Rauschen (Melchior Franck)

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Editor: Ulrich Alpers (submitted 2016-01-31).   Score information: A4, 2 pages, 25 kB   Copyright: CC BY SA
Edition notes: MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Papiers Natur ist Rauschen
Composer: Melchior Franck
Lyricist:

Number of voices: 4vv   Voicing: SSAT
Genre: SecularMadrigal

Language: German
Instruments: A cappella

First Published: 1603 in Opusculum etlicher Newer und alter Reuterliedlein, no. 12.

Description:

External websites: Source: Library of Congress.

Original text and translations

German.png German text

Papiers Natur ist Rauschen,
und rauschet, wenn es will.
Man kann's nicht wohl vertauschen,
denn es stets rauschen will.
Es rauscht an allen Orten,
weil sein ein Stücklein ist,
desgleichen die Gelehrten
rauschen ohn arge List.

Aus Lumpen tut man's machen,
des edlen Schreibers Zeug,
es möcht wohl jemand lachen,
fürwahr, ich dir nicht leug.
Alt Lumpen, wohl gewaschen,
dazu man's brauchen tut,
erhoben aus der Aschen,
der sonst leid't groß Not.

Ein Feder hinter'n Ohren,
zum Schreiben zugespitzt,
tut manchem heimlich zoren,
davor der Schreiber sitzt.
Vor andern Knaben allen,
ob man ihn Schreiber heißt,
so tut's dem Fräulein g'fallen,
lieben ihn allermeist.

Die Tinten in der Flaschen,
den edlen Schreibern wert,
gar oft füllt ihre Taschen,
kein edler Kunst auf Erd,
denn wenn man so tut schmieren
Papier mit Tinten schon,
daran tun's nichts verlieren,
gibt ihn'n ein' guten Lohn.

Die Schreiber muß man haben
samt ihrem Zeug und Gunst,
nach ihnen tut man traben,
der Schreiber ist die Kunst.
Vor'n Schreibern muß sich biegen
oft mancher stolze Held
und in ein' Winkel schmiegen,
ob's ihm schon nicht gefällt.

Das Schreiben ist alleine
der allerhöchste Schatz.
Ob man's gleich tut verkleinen,
b'hält's doch allein den Platz.
Den Glauben tät's erhalten,
auch guten Fried im Land,
da sich sonst tät'n zwiespalten
Sachen allerhand.

Ein Schreiber will ich bleiben,
ein Schreiber will ich sein,
tu mich hiermit verschreiben
der Allerliebsten mein.
Damit will ich beschließen
der Liebsten lobesan.
Ob's jemand möcht verdrießen,
dem Schreiber liegt nichts daran.