Psalm 138 (Ulenberg) (Christoph Dalitz)

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  • (Posted 2017-02-12)   CPDL #43081:   
Editor: Christoph Dalitz (submitted 2017-02-12).   Score information: A4, 5 pages, 78 kB   Copyright: CC BY SA
Edition notes: German version with the original text by Ulenberg from 1583.

General Information

Title: Psalm 138 (Ulenberg)
Composer: Christoph Dalitz
Lyricist: Caspar Ulenberg

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

Published: 2017

Description: Polyphonic four part setting with cantus firmus in the soprano part.

External websites: http://music.dalitio.de/choir/dalitz/ulenberg-psalter/index.html#psalm138

Original text and translations

German.png German text

by Caspar Ulenberg 1583

Nichts ist an mir verborgen / O Herr den Augen dein / Du forschest aus mit Sorgen / All was in mir mag sein.
Du kennest mich im Grund / Ich setz mich nimmer nieder / Steh auch nicht auf herwieder / Es sei dir alles kund.

Was ich im Herzen trage / Und denk in meinem Sinn / Das ist für dir am Tage / Auch lange Zeit fürhin.
Ja du mein höchste Zier / Bist um mich her zugegen / Auf allen meinen Wegen / Und ruhest auch mit mir.

Herr all mein Tun und Lassen / Ist dir durchaus bekannt / Du merkest aller Maßen / Auf meine Weg im Land.
So weiß ich auch fürwahr / Es ist von meiner Zungen / Niemal ein Wort erklungen / Das du nicht wissest gar.

Du bist in meinem Leben / Hinten und vorn bei mir / Und was sich tut begeben / Ist alles kundig dir.
Du Herr und Schöpfer mein / Hast mich gemacht behende / Und im Anfang dein Hände / Auf mich geleget fein.

Dass nun so deinen Augen / All Ding ist offenbar / Die Wahrheit will ich sagen / Ist mir zu wunderbar.
Herr dein Allwissenheit / Ist viel zu hoch erhoben / Geht mein Verstand weit oben / Ich weiß ihr kein bescheid.

Wohin soll ich denn ziehen / Für dei'm Geist, weiß ich nicht / Wohin soll ich doch fliehen / Für deinem Angesicht?
Führ ich zum Himmel ein / Ohn Zweifel ich dich finde / Lief ich zur Höllen Grunde / Du würdest auch da sein.

Wenn ich hinflög am Morgen / Und wohlgeflügelt wär / Enthielte mich verborgen / Am allerletzten Meer /
Doch führet mich dein Hand / Du würd'st mit deiner Rechten / Mich halten und verfechten / Auch in dem selben Land.

Fiel ich auf die Gedanken / Und spräch im Herzen mein: Die Finsternis ohn Wanken / Soll mich bedecken fein:
So möcht es doch nicht sein / Die Nacht könnt nicht erwinden / Sie müsst um mich verschwinden / Und geben Tages Schein.

Denn Finsternis auf Erden / Dir nichts verdunkeln mag / Die Nacht muss scheinbar werden / Gleich wie der helle Tag.
Für deinem Angesicht / Ist Finsternis zu achten / Das kann ich wohl betrachten / Wie ein wohlscheinend Licht.

Mein Nieren sind Herr deine / Du weißt ihr Heimlichkeit / In mütterlichem Schreine / Hast Du mich zubereit.
Dir will ich sagen Ehr / Dass du zu dienem Preise / So wunderlicher Weise / Mich hast gemacht O Herr.

Dein unerhörte Werke / Dein wunderlich Getan / Das ich mit Fleiß anmerke / Und wohl erkennen kann.
Kein Bein an mir so klein / Hat Herr für deinen Ogen*) / Verhohlen bleiben mögen / Im Leib der Mutter mein.

Gar heimlich im Verborgen / Bin ich gemacht von dir / Bin ausgebild't mit Sorgen / Tief in der Erden schier.
Du sahest mich fürwahr / Eh ich ward recht formieret / Wie Menschenleib gebühret / Und noch ohn Leben war.

Die Tage meiner Jahren / Stehn all in deinem Buch / Die aufgeschrieben waren / Eh mich mein Mutter trug.
O Gott die Freunde dein / Halt ich in hoher Würden / Ihr Macht ist groß auf Erden / Die auch unzahlbar sein.

Wenn ich mich unterstünde / Sie all zu zählen Herr / Viel mehr ich ihrer fünde / Denn Sands am wilden Meer.
Darum mein höchste Zier / Wenn ich gelegner Sache / Aus meinem Schlaf erwache / So bleib ich noch bei dir.

Wenn du mit schweren Plagen / Die Sünder bringest um / Will ich von mir hinjagen / Die Bluthund ungestüm.
Die dich mit aller Schmach / Höhnlich gelästert haben / Auch noch gen dich hochtraben / Ohn Recht und alle Sach.

Hass ich Herr nicht von Herzen / Die dir zuwider sein? Entbrenn ich nicht mit Schmerzen / Auf alle Feinde dein?
Ich bin ihn' heftig feind / Darum sie auch mich hassen / Und mir geleichermaßen / Aufsetzig worden seind.

Tu mich mein Gott bewähren / Sieh in mein Herz hinein. Tu mich im Grund probieren / Spür aus die G'danken mein.
Schau meinen Wandel an / Ob ich hergeh in Sünden / Führ mich zu allen Stunden / Auf ewiglicher Bahn.

 *) sic!