Difference between revisions of "Auf dich, Herr, trau ich alle Zeit, SWV 168 (Heinrich Schütz)"

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Und nehm an meinen Kräften ab,
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Dein Güt nicht von mir wende,
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Selig enden
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Dem er sein Not könnt klagen.
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Und umkommen gemeine,
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Die meiner Seel beweisen Tück,
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Ach dass ihn'n werd zu Lohne
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Schand mit Hohne,
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{{Vs|4}} Laß meinen Mund deins Ruhms voll sein,
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Und will verkündgen offenbar
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Die Grechtigkeit meins Herren,
und nehm an meinen Kräften ab,
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Wie er aus lauter Gnad und Gunst
dein Güt nicht von mir wende,
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Unzählig viel tut geben,
selig enden  
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Gnad und Leben,
hilf mir durch deine Gnad,
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Ohn all Verdienst umsonst,
es steht in deinen Händen.
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Danach wir sollen streben.
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{{Vs|8}} Ich geh in großer Kraft herein
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Des Herren aller Herren,
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Seine Gerechtigkeit allein
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Preis ich von Herzen gerne.
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Gott, du hast mich allzeit gelehrt,
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Hab erfahren,
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Was du willst, kannst du machen,
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Aus der Erd wirst mich retten.
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Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Auf dich, Herr, trau ich alle Zeit, SWV 168
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 71
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 71
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 70
Description: Psalm 71 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 71.

German.png German text

Modernized spelling:
1  Auf dich, Herr, trau ich alle Zeit,
Lass mich zu Schand nicht werden,
Rett mich durch dein Gerechtigkeit,
Hilf mir aus Not und Gfährden,
Dein gnädig Ohr neig her zu mir,
Du starker Gott gepreiset,
Hülf beweise,
Dass ich stets flieh zu dir
Und mich nichts von dir reiße.

2  Dein Hilf mir zugesaget hast,
Mein Fels, mein Burg in Nöten,
Die Gottlosen lan mir kein Rast,
Aus ihrer Hand mich rette,
Hilf mir von der Tyrannen Hauf,
Mein Zuversicht und Stärke,
Mein Bitt merke,
Herr, Herr, von Jugend auf
Erhaltn mich deine Werke.

3  Von Mutterleib verlass ich mich
Auf dich, mein Gott und Herren,
Denn du brachtst mich ans Tagelicht,
Da ich sollt g'boren werden,
Mein Ruhm auf dich ist ganz gericht,
Viel Leut eim Wunderzeichen
Mich vergleichen,
Du bist mein Zuversicht,
Mein Stärk, von mir nicht weiche.

4  Lass meinen Mund deins Ruhms voll sein,
Dass ich dich täglich preise,
Verwirf mich nicht im Alter mein,
Wenn ich nun werd zum Greise
Und nehm an meinen Kräften ab,
Dein Güt nicht von mir wende,
Selig enden
Hilf mir durch deine Gnad,
Es steht in deinen Händen.

5  Mein Feinde reden wider mich
Und laurn auf meine Seele,
Zusammen sie beraten sich,
Wie sie mich wollen quälen,
Man spricht: Gott hab vergessen mein,
Sie wollen mich erjagen
Und wohl plagen,
Kein Retter wird da sein,
Dem er sein Not könnt klagen.

6  Mein Gott, sei du von mir nicht fern,
Zu helfen dich nicht säume,
Sie müssen all zu Schanden werdn
Und umkommen gemeine,
Die meiner Seel beweisen Tück,
Ach dass ihn'n werd zu Lohne
Schand mit Hohne,
Sie suchen mein Unglück,
Des Frommen sie nicht schonen.


 

7  Drauf will ich hoffen immerdar
Und dein Lob stets vermehren
Und will verkündgen offenbar
Die Grechtigkeit meins Herren,
Wie er aus lauter Gnad und Gunst
Unzählig viel tut geben,
Gnad und Leben,
Ohn all Verdienst umsonst,
Danach wir sollen streben.

8  Ich geh in großer Kraft herein
Des Herren aller Herren,
Seine Gerechtigkeit allein
Preis ich von Herzen gerne.
Gott, du hast mich allzeit gelehrt,
Was ich in meinen Jahren
Hab erfahren,
Dein Wunder hoch vermehrt
Zu rühmen ich nicht spare.

9  Verlass mich nicht, mein treuer Gott,
In meinem Alter schwere,
Auf dass ich dein Recht und Gebot
Auch die Nachkommen lehre,
Damit deins Armes Kraft und Stärk
Stets mög werden verkündet
Kindeskindern,
Und rühmen deine Werk
All, die sich künftig finden.

10  Gott, deine Grechtigkeit ist hoch,
Du richtst aus große Sachen,
Wem will man dich vergleichen doch?
Was du willst, kannst du machen,
In viel und große Angst ich komm,
Aber du hilfst aus Nöten,
Du kannst töten,
Machst lebend wiederum,
Aus der Erd wirst mich retten.

11  Du machst mich herrlich und sehr groß,
Dein Trost mich hoch erfreuet,
So dank ich auch ohn Unterlass
Mit Saitenspiel der Treue,
Die ich empfind mein Leben lang,
Drum soll mein Harfe klingen,
Ich will singen
Dem heilgen Gott zu Dank,
Der mir hat lan gelingen.

12  Dir sing ich, Herr, mit fröhlichm Mund,
Auch meine Seel aus Kräften,
Und sag dir Dank von Herzen Grund,
Mein Zung ist auch geschäftig,
Dichtet von Deiner Grechtigkeit,
Die Feind müssen sich schämen,
Schmerz und Grämen
Besteh sie alle Zeit,
Die nach meim Unglück rennen.
 

German.png German text

Original spelling:
1  Auff dich Herr trau ich alle Zeit/
Laß mich zu Schand nicht werden/
Rett mich durch dein Gerechtigkeit/
Hilff mir aus Noth und Gferden/
Dein gnädig Ohr neig her zu mir/
Du ſtarcker Gott gepreiſet/
Hülff beweiſe/
Daß ich ſtets flieh zu dir
Und mich nichts von dir reiſſe.

2  Dein Hülff mir zugeſaget haſt/
Mein Fels/ mein Burg in Nöthen/
Die Gottloſen lan mir kein Raſt/
Aus ihrer Hand mich rette/
Hilff mir von der Tyrannen Hauff/
Mein Zuverſicht und Stärcke/
Mein Bitt mercke/
HErr/ HErr von Jugend auff
Erhaltn mich deine Wercke.

3  Von Mutterleib verlas ich mich
Auff dich meinn Gott und HErren/
Denn du brachtſt mich ans Tageliecht/
Da ich ſolt gboren werden/
Mein Ruhm auff dich iſt gantz gericht/
Viel Leut eim Wunderzeichen
Mich vergleichen/
Du biſt mein Zuverſicht/
Mein Stärck/ von mir nicht weiche.

4  Laß meinen Mund deins Ruhms voll ſeyn/
Daß ich dich täglich preiſe/
Verwirff mich nicht im Alter mein/
Wenn ich nun werd zum Greiſe
Und nehm an meinen Kräfften ab/
Dein Güt nicht von mir wende/
Selig enden
Hilff mir durch deine Gnad/
Es ſteht in deinen Händen.

5  Mein Feinde reden wieder mich
Und laurn auff meine Seele/
Zuſammen ſie beraten ſich/
Wie ſie mich wollen quelen/
Man ſpricht: Gott hab vergeſſen mein/
Sie wollen mich erjagen
Und wol plagen/
Kein Retter wird da ſeyn/
Dem er ſein Noth künnt klagen.

6  Mein Gott/ ſey du von mir nicht fern/
Zu helffen dich nicht ſäume/
Sie müſſen all zu Schanden werdn
Und umbkommen gemeine/
Die meiner Seel beweiſen Tück/
Ach daß ihnn werd zu Lohne
Schand mit Hohne/
Sie ſuchen mein Unglück/
Des Frommen ſie nicht ſchonen.


 

7  Drauff will ich hoffen immerdar/
Und dein Lob ſtets vermehren/
Und will verkündign offenbar
Die Grechtigkeit meins HErren/
Wie er aus lauter Gnad und Gunſt
Unzehlig viel thut geben/
Gnad und Leben/
Ohn all Verdienſt umbſonſt/
Darnach wir ſollen ſtreben.

8  Ich geh in groſſer Krafft herein
Des HErren aller Herren/
Seine Gerechtigkeit allein
Preiß ich von Hertzen gerne.
Gott du haſt mich allzeit gelehrt/
Was ich in meinen Jahren
Hab erfahren/
Dein Wunder hoch vermehrt
Zu rühmen ich nicht ſpare.

9  Verlaß mich nicht mein treuer Gott/
In meinem Alter ſchwere/
Auff daß ich dein Recht und Gebot
Auch die Nachkommen lehre/
Damit deins Armes Krafft und Stärck
Stets mög werden verkündet
Kindes Kinden/
Und rühmen deine Werck
All die ſich künfftig finden.

10  Gott deine Grechtigkeit iſt hoch/
Du richſt aus groſſe Sachen/
Wem wil man dich vergleichen doch?
Was du willt/ kannſtu machen/
In viel und groſſe Angſt ich kom/
Aber du hilffſt aus Nöthen/
Du kanſt tödten/
Machſt lebend wiederumb/
Aus der Erd wirſt mich retten.

11  Du machſt mich herrlich und ſehr groß/
Dein Troſt mich hoch erfrewet/
So danck ich auch ohn Unterlaß
Mit Seitenſpiel der Treue/
Die ich empfind mein Leben lang/
Drumb ſol mein Harffe klingen/
Ich wil ſingen
Dem heilgen Gott zu Danck/
Der mir hat lahn gelingen.

12  Dir ſing ich Herr mit fröhlichm Mund/
Auch meine Seel aus Kräfften/
Und ſag dir Danck von Hertzen Grund/
Mein Zung iſt auch geſchäfftig/
Tichtet von Deiner Grechtigkeit/
Die Feind müſſen ſich ſchämen/
Schmertz und Grämen
Beſteh sie alle Zeit/
Die nach meim Unglück rennen.