Die güldne Sonne (Johann Georg Ebeling)

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  • (Posted 2018-07-05)   CPDL #50389:       
Editor: Johannes Becker (submitted 2018-07-05).   Score information: A4, 2 pages, 91 kB   Copyright: CPDL
Edition notes:
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Editor: Helmut Kickton (submitted 2005-08-20).   Score information: A4, 2 pages, 224 kB   Copyright: Personal
Edition notes:

General Information

Title: Die güldne Sonne
Composer: Johann Georg Ebeling
Lyricist: Paul Gerhardt (1607-1676), 1666

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredMotet

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1666

Description:

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Original text and translations

German.png German text

1. Die güldne Sonne,
Voll Freud und Wonne
Bringt unsern Grenzen
Mit ihrem Glänzen
Ein herzerquickendes,
Liebliches Licht.
Mein Haupt und Glieder,
Die lagen darnieder;
Aber nun steh ich,
Bin munter und fröhlich,
Schaue den Himmel
Mit meinem Gesicht.

2. Mein Auge schauet,
Was Gott gebauet
Zu seinen Ehren
Und uns zu lehren,
Wie sein Vermögen
Sei mächtig und groß
Und wo die Frommen
Dann sollen hinkommen,
Wann sie mit Frieden
Von hinnen geschieden
Aus dieser Erde
Vergänglichem Schoß.

3. Lasset uns singen,
Dem Schöpfer bringen
Güter und Gaben;
Was wir nur haben,
Alles sei Gottes
Zum Opfer gesetzt!
Die besten Güter
Sind unsre Gemüter;
Lieder der Frommen,
Von Herzen gekommen,
Sind Weihrauch, der ihn
Am meisten ergötzt.

4. Abend und Morgen
Sind seine Sorgen;
Segnen und mehren,
Unglück verwehren
Sind seine Werke
Und Taten allein.
Wann wir uns legen,
So ist er zugegen;
Wann wir aufstehen,
So läßt er aufgehen
Über uns seiner
Barmherzigkeit Schein.
 

 

5. Ich hab erhoben
Zu dir hoch droben
All meine Sinnen;
Laß mein Beginnen
Ohn allen Anstoß
Und glücklich ergehn.
Laster und Schande,
Des Seelenfeinds Bande,
Fallen und Tücke
Treib ferne zurücke;
Laß mich auf deinen
Geboten bestehn.

6. Laß mich mit Freuden
Ohn alles Neiden
Sehen den Segen,
Den Du wirst legen
In meines Bruders
Und Nächsten Haus.
Geiziges Brennen,
Unchristliches Rennen
Nach Gut mit Sünde,
Das tilge geschwinde
Aus meinem Herzen
Und wirf es hinaus.

7. Menschliches Wesen,
Was ist's? Gewesen!
In einer Stunde
Geht es zu Grunde,
Sobald die Lüfte
Des Todes dreinwehn.
Alles in allen
Muß brechen und fallen;
Himmel und Erden,
Die müssen das werden,
Was sie gewesen
Vor ihrem Bestehn.

8. Alles vergehet.
Gott aber stehet
Ohn alles Wanken;
Seine Gedanken,
Sein Wort und Wille
Hat ewigen Grund.
Sein Heil und Gnaden,
Die nehmen nicht Schaden,
Heilen im Herzen
Die tödlichen Schmerzen,
Halten uns zeitlich
Und ewig gesund.

 

9. Gott, meine Krone,
Vergib und schone!
Laß meine Schulden
In Gnad' und Hulden
Aus deinen Augen
Sein abgewandt.
Sonst, Herr, regiere
Mich, lenke und führe,
Wie dir's gefället;
Ich habe gestellet
Alles in deine
Beliebung und Hand.

10. Willst du mir geben,
Womit mein Leben
Ich kann ernähren,
So laß mich höhren
Allzeit im Herzen
Dies heilige Wort:
Gott ist das Größte,
Das Schönste und Beste;
Gott ist das Süßte
Und Allergewißte,
Aus allen Schätzen
Der edelste Hort.

11. Willst Du mich kränken,
Mit Galle tränken,
Und soll von Plagen
Ich auch was tragen,
Wohlan, so mach es,
Wie dir es beliebt.
Was gut und tüchtig,
Was schädlich und nichtig
Meinem Gebeine,
Das weißt du alleine,
Hast niemals einen
Zu bitter betrübt.

12. Kreuz und Elende,
Das nimmt ein Ende;
Nach Meeresbrausen
Und Windessausen
Leuchtet der Sonne
Erwünschtes Gesicht.
Freude die Fülle
Und selige Stille
Darf ich erwarten
Im himmlischen Garten;
Dahin sind meine
Gedanken gericht't.