Lust hab ich ghabt zur Musica (Ludwig Senfl)

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  • (Posted 2016-01-24)   CPDL #38307:         
Editor: Ulrich Alpers (submitted 2016-01-24).   Score information: A4, 4 pages, 36 kB   Copyright: CC BY SA
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General Information

Title: Lust hab ich ghabt zur Musica
Composer: Ludwig Senfl
Lyricist: Ludwig Senfl

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SecularLied

Language: German
Instruments: A cappella

First published:

Description: Homage to Senfl's teacher, Heinrich Isaac. The initials of the stanzas form the acrostic "LUDWIG SENNFL".

External websites:

Original text and translations

German.png German text

Lust hab ich g'habt zur Musica
von Jugend auf wie noch bisher,
von erst "ut re mi fa sol la"
geübt, danach durch weiter Lehr'
kam es dazu,
daß ich kein Ruh
mehr haben mocht, denn nur im G'sang
stund mein Begier,
da half nichts für,
aus dem erfolgt der erst' Anfang.

Und 'bald ich das ergriffen hätt,
daß ich konnt' von mir selber wohl
den G'sang verstehn, danach ich tät
mehr fragen, wie denn einer soll,
dem solches liebt
und sich selbst übt,
daß er erlang den rechten Grund.
Hub mich dazue
spät und auch frue,
zu dienen wohl, wie ich nur kunnt,

Dem Herren mein mit ganzem Fleiß,
daran er dann ein G'fallen trug.
Es schicket sich mit solcher Weis',
daß er mir gab zu schreiben g'nug.
Was von ihm g'macht,
ward wohl betracht',
danach ich mich auch richten sollt.
Das g'fiel mir sehr,
weil er stets mehr
mir zeigen tät, was ich nur wollt.

Wie er mit seinem Namen g'nannt,
das tu ich nachher melden schon.
Er ist in aller Welt bekannt.
Lieblich an Kunst, fröhlich im Ton
sein Melodei
war g'stellt gar frei.
Darob man sich verwundern tät.
Es war gut Ding
zu singen 'ring,
künstlich dazu die Gnad' es hätt.

Isaac, das war der Name sein.
Halt wohl, es werd vergessen nit,
wie er sein Kompositz so fein
und klar hat g'setzt, dazu auch mit
Mensur geziert.
Dadurch probiert,
noch heutig's Tags sein Lob und Kunst
vorhanden ist.
Herr Jesus Christ,
teil' ihm dort mit göttliche Gunst!

Gern wollt ich Gott drum dankbar sein,
wenn ich nur das vollbringen könnt,
wie jeder soll. Es steht gar fein,
daß man ihn lob', weil er ein'm gönnt,
zu lernen hie,
was ein'r vor nie
hätt mögen von ihm selbst verstahn,
das mir erzeigt
und zugeeigt
mit Gnaden ward durch diesen Mann.

Sein Fleiß, der ward an mir erkennt,
deshalb trug mir der Kaiser Huld.
Denn, weil man mich sein' Schüler nennt,
mußt ich erfüllen ohn' mein' Schuld
den Chorg'sang sein,
wiewohl da mein
erlernte Kunst war viel zu schwach.
Doch tät ich's best',
so viel ich weßt',
mit Arbeit groß, die ich noch mach'.

Erkenn' erst jetzt, was mir gebricht,
und seh, daß all's aus Gnaden kommt
von oben 'rab. Drum, wenn ein'r spricht,
er könnt so viel, wie wenig frommt
ihm solches Lob!
Tut er ein' Prob',
empfind't sein Unvollkommenheit.
Ernst wird er in
sein'm hohen Sinn,
dazu ihm all sein' Kunst verleid't.

Nachdem ich dann derselben Kunst
ergeben bin, daß ich verricht'
mein' Dienst damit, so wärs umsunst
wo ich nicht hielt, es würd für nicht'
geachtet hie
alls was ich je
hätt g'macht gleichwohl mit höchstem Fleíß,
wenn ich darin
nicht hätt den Sinn,
daß ich Gott gäb' den höchsten Preis.

Nun dank ich Gott, d'rum daß ich hie
dermaßen bin versehen wohl.
Denn wer ihn bitt', den läßt er nie.
Dasselb ein jeder merken soll
und danken oft.
Wer in ihn hofft,
der wird nimmer in Schand' gestellt;
soll haben acht,
daß er betracht',
allein zu tun, was ihm gefällt.

Fürstliche Gnad mir g'schehen ist,
dieweil ich mich darin ergab,
zu dienen untertänigist
dem Herren mein und laß nicht ab,
voraus so ich
seh, daß man mich
zu Gottes Ehr noch brauchen mag
mit Chorgesang,
den ich jetzt lang
getrieben hab und tu's all Tag'.

Liebt mir auch sehr vor andern Ding',
die man jetzt treibt in dieser Welt.
Denn wer's versteht, der acht's nicht 'ring,
wiewohl es nicht ein'm jeden g'fällt.
Liegt mir nicht an.
Wenn ich nur han
die Gnad und Gunst des Herren mein,
so acht' ich's nit
und b'hilf mich mit,
will Gott mein Tag' drum dankbar sein.