Difference between revisions of "Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott, SWV 118 (Heinrich Schütz)"

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Gehör willt du nicht geben mir,
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{{Vs|3}} Auf dich der Väter Hoffnung stund,
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Ein Spott der Leute muss ich sein,
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{{Vs|5}} All die mich sehen spotten mein,
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Seht da, hat er nicht Gott vertraut,
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Warum nimmt er sich sein nicht an,
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Ach Gott, du siehst den Jammer mein,
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Da ich noch als ein kleines Kind
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Wie brüllend Löwen zorniglich
 
Wie brüllend Löwen zorniglich
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Das Herz mir wie zerschmoltzen Wachs
 
Das Herz mir wie zerschmoltzen Wachs
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Durchgraben sind mir Händ' und Füß',
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Mein Kleidr sie teilen unter sich,
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Gehör wiltu nicht geben mir/
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Wann du uns hilffſt, du frommer Gott/
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Da war dein Hülff vorhanden/
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Zum Fluch und Wurm bin ich gemacht/
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Seht da/ hat er nicht Gott vertrawt/
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Mag ers ihm denn nicht klagen?
  
 
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{{Vs|6}} Solt Gott an ihm Gefallen han/
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Aus Muterleib gezogen/
 
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Da ich noch als ein kleines Kind
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{{Vs|9}} Groß Farren mich umbringet han/
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Wie brüllend Löwen zorniglich/
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Das Hertz mir wie zerſchmoltzen Wachs
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Im Leibe thut zerrinnen.
  
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Wie ein dürr Scherb und birkne Rind
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Mein Zung am Gaumen klebet/
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Du legſt mich in des Todes Staub
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{{Vs|12}} Von Hunden ich umbgeben bin/
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{{Vs|13}} Man möcht zehlen all mein Gebein/
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Editor: James Gibb (submitted 2017-08-21).   Score information: A4, 1 page, 33 kB   Copyright: CPDL
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General Information

Title: Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott, SWV 118
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 22
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 22a
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 22
Description: Psalm 22, pt 1 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 22.

German.png German text

Modernized spelling
1  Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott,
Warum hast mich in meiner Not
So ganz und gar verlassen?
Ich heul vor Leid, da ist kein Gnad,
Mein Schmerz ist üb'r die Maßen.

2  Mein Gott, des Tags ruf ich zu dir,
Gehör willt du nicht geben mir,
Des Nachts kann ich nicht schweigen,
Denn du uns hilfst, du frommer Gott,
Eird's zu dein'm Lob gereichen.

3  Auf dich der Väter Hoffnung stund,
Sie trauten dir von Herzensgrund,
Da war dein Hülf vorhanden,
Als sie riefen, war Rettung da,
Sie wurden nicht zu Schanden.

4  Ich aber bin kein Mensch geacht
Zum Fluch und Wurm bin ich gemacht,
All Welt Welt tritt mich mit Füßen.
Ein Spott der Leute muss ich sein,
Ihr Lust an mir zu büßen.

5  All die mich sehen spotten mein,
Das Maul auffsperren groß und klein,
Schütteln die Köpf und sagen:
Seht da, hat er nicht Gott vertraut,
Mag er's ihm denn nicht klagen?

6  Sollt Gott an ihm Gefallen han,
Warum nimmt er sich sein nicht an,
Ihn aus der Schand zu retten?
Ach Gott, du siehst den Jammer mein,
Wirst von mir nicht abtreten.

7  Du warst ja Herr mein Zuversicht,
Als du mich brachtst ans Tageslicht
Aus Muterleib gezogen.
Da ich noch als ein kleines Kind
Der Mutter Brüst gesogen.

8  Ich bin geworfen auf dich Herr
Aus Mutterleib, drum sei nicht ferr,
Mein Gott,denn Angst ist nahe.
Ich weiß sonst keinen Helfer mehr
Von dem ich Trost empfahe.


 

9  Groß Farren mich umbringet han,
Die Ochsen fett mir widerstahn
Und sperren auf den Rachen.
Wie brüllend Löwen zorniglich
An meine Seel sich machen.

10  Ich bin wie Wasser ausgeschütt'
All mein Gebeine sind zerrütt'
Als wollten sie sich trennen.
Das Herz mir wie zerschmoltzen Wachs
Im Leibe tut zerrinnen.

11  Mein Kräfte ausgetrocknet sind
Wie ein dürr Scherb' und birkne Rind,
Mein Zung am Gaumen klebet.
Du legst mich in des Todes Staub
Daß mein Geist nicht mehr lebet.

12  Von Hunden ich umbgeben bin,
Der bösen Rotte um und um
Hat sich an mich geleget.
Durchgraben sind mir Händ' und Füß',
Das sich der keines reget.

13  Man möcht zählen all mein Gebein,
So viel der in meim Leben sein,
Ihr Mut an mir sie kühlen.
Mein Kleidr sie teilen unter sich,
Um mein Gewand sie spielen.

14  In solcher Not ruf ich zu dir:
Ach Herr, sei du nicht fern von mir,
Eil bald mich zu erretten,
Damit ja nicht ihr mördrisch Schwert
Mein arme Seel mög töten.

15  Mein Leben durch dein Hülf erlös,
Errett mich von den Hunden bös
Aus dem Rachen der Löwen.
Von Einhörnern, die grimmiglich
Mir stehn nach meinem Leben.

German.png German text

Original spelling:
1  Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott,
Warumb haſt mich in meiner Noth
So gantz und gar verlaſſen?
Ich heul für Leid, da iſt kein Gnad,
Mein Schmertz iſt übermaſſen.

2  Mein Gott, des Tags ruff ich zu dir/
Gehör wiltu nicht geben mir/
Des Nachts kan ich nicht ſchweigen/
Wann du uns hilffſt, du frommer Gott/
Wirds zu deim Lob gereichen.

3  Auff dich der Väter Hoffnung ſtund/
Sie trawten dir von Herzen Grund/
Da war dein Hülff vorhanden/
Als ſie rieffen/ war Rettung da/
Sie wurden nicht zu Schanden.

4  Ich aber bin kein Menſch geacht/
Zum Fluch und Wurm bin ich gemacht/
All Welt Welt tritt mich mit Füſſen.
Ein Spott der Leute mus ich ſeyn/
Ihr Luſt an mir zu büſſen.

5  All die mich ſehen/ ſpotten mein/
Das Maul auffſperren groß und klein/
Schütteln die Köpff/ und ſagen:
Seht da/ hat er nicht Gott vertrawt/
Mag ers ihm denn nicht klagen?

6  Solt Gott an ihm Gefallen han/
Warumb nimpt er ſich ſein nicht an
Ihn aus der Schand zu retten?
Ach Gott/ du ſihſt den Jammer mein/
Wirſt von mir nicht abtreten.

7  Du warſt ja HERR mein Zuverſicht/
Als du mich brachtſt ans Tagesliecht
Aus Muterleib gezogen/
Da ich noch als ein kleines Kind
Der Mutter Brüſt geſogen/

8  Ich bin geworffen auff dich HERR
Aus Mutterleib/ drumb ſey nicht ferr/
Mein Gott/denn Angſt iſt nahe/
Ich weis ſonſt keinen Helffer mehr/
Von dem ich Troſt empfahe.


 

9  Groß Farren mich umbringet han/
Die Ochſen fett mir widerſtahn/
Und ſperren auff den Rachen/
Wie brüllend Löwen zorniglich/
An meine Seel ſich machen.

10  Ich bin wie Waſſer ausgeſchüt/
All mein Gebeine ſind zerrüt/
Als wolten ſie ſich trennen/
Das Hertz mir wie zerſchmoltzen Wachs
Im Leibe thut zerrinnen.

11  Mein Kräffte auſgetrucknet ſind
Wie ein dürr Scherb und birkne Rind
Mein Zung am Gaumen klebet/
Du legſt mich in des Todes Staub
Daß mein Geiſt nicht mehr lebet.

12  Von Hunden ich umbgeben bin/
Der böſen Rotte umb und umb
Hat ſich an mich geleget/
Durchgraben ſind mir Händ und Füß/
Das ſich der keines reget.

13  Man möcht zehlen all mein Gebein/
So viel der in meim Leben ſeyn/
Ihr Muth an mir ſie kühlen.
Mein Kleidr ſie theilen unter ſich/
Umb mein Gewand ſie ſpielen.

14  In ſolcher Noth ruff ich zu dir/
Ach HErr/ ſey du nicht fern von mir/
Eyl bald mich zu erretten/
Damit ja nicht ihr mördriſch Schwerd
Mein arme Seel mög tödten.

15  Mein Leben durch dein Hülff erlöß/
Errett mich von den Hunden böß
Aus dem Rachen der Löwen/
Von Einhörnern/ die grimmiglich
Mir ſtehn nach meinem Leben.

German.png German text


1628 edition:
1  Mein Gott mein Gott ach Herr, mein Gott,
Earumb haſt mich in meiner Noth
So gantz und gar verlaſſen?
Ich heul für Leid, da iſt kein Hülff,
Mein Schmerz iſt übermaſſen.

German.png German text

Wording of the Blankenburg edition:
14  In schwerer Not ruf ich zu dir,
Ach Herr, sei du nicht fern von mir,
Eil, bald mich zu erretten,
Damit ja nicht ihr mörd'risch Schwert
Mein arme Seel mög töten.